Buteyko-Methode - einfache, medikamentenfreie Behandlung für Asthma und andere Erkrankungen

... ist im wahrsten Sinne des Wortes eine bei uns noch nicht so bekannte Atem-Methode, denn „weniger atmen ist der Weg zur Heilung“. Diese zentrale Aussage liegt der Buteyko-Methode zugrunde, die der ukrainische Arzt Dr. Konstantin Buteyko bereits in den 1950er Jahren entwickelte und die chronische Überatmung (Hyperventilation) als Ursache vieler gesundheitlicher Beschwerden und Krankheiten erkannt hat.

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Asthma kann mit richtiger Atmung massiv verbessert werden

Die Geschichte Buteykos:

Als junger Arzt hatte Konstanin Buteyko die Aufgabe die Atmung sterbender Menschen zu dokumentieren und er beobachtete, dass sich die Atmung intensiviert, je näher der Mensch dem Tod kommt. Er folgerte daraus, dass eine verringerte aber effektivere Atmung mit einer besseren Gesundheit einhergehen könnte.
Er entwickelte Übungen um die Atemtiefe zu verringern, experimentierte an sich selbst und stellte fest, dass er seine eigenen Probleme wie hohen Blutdruck und Kopfschmerzen auf diese Weise in den Griff bekam. So entwickelte sich die Buteyko-Methode, in der es, kurz und einfach ausgedrückt darum geht, dass weniger Sauerstoff (O2) eingeatmet und weniger Kohlendioxid (CO2)ausgeatmet wird.
Viele Menschen glauben, dass viel und tief atmen gut für die Gesundheit sei und genau darin sieht Buteyko die Hauptursache für die verbreitete chronische Hyperventilation. Auch in der fernöstlichen Medizin wird ein langes Leben mit einer reduzierten Atmung in Verbindung gebracht; von Lao-tse stammt der Spruch „der weise Mensch atmet, als würde er gar nicht atmen".

Weiterer Hintergrund:

Buteyko ist davon ausgegangen, dass heutzutage die meisten Menschen unter Stress stehen. Stress bedeutet immer, dass sich unser Organismus auf Kampf und Flucht einstellt, d. h. eine erhöhte Herzfrequenz und Beschleunigung der Atmung, da der Sauerstoffbedarf dann erhöht ist. Das überschüssige Kohlendioxid, das ebenfalls vermehrt produziert wird, muss wieder abgeatmet werden.
Der Stress, dem wir in unserer modernen Gesellschaft ausgesetzt sind, ist mehr psychischer Natur, wie z. B. Dauerüberlastung am Arbeitsplatz, Reizüberflutung, Termindruck usw. und erfordert weder Kampf noch Flucht. Wir können die körperlichen Stressreaktionen nicht abbauen und verkrampfen uns - die Atmung ist also dem tatsächlichen Bedarf nicht angepasst. Bei Dauerstress kann es also zur chronischen Überatmung kommen und dieses ungesunde Atemmuster ist in der zivilisierten Welt weit verbreitet.

Wie beeinflusst die Atmung unseren Stoffwechsel?

Wofür brauchen wir denn Kohlendioxid, das wir im allgemeinen als Schadstoff kennen? In einer gewissen Konzentration benötigen wir CO2 für die Funktion aller Stoffwechselvorgänge in unserem Körper. Es ist die Hauptkomponente für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt, hat entscheidenden Einfluss auf die Sauerstoffversorgung unserer Zellen und die Spannung/Entspannung der glatten Muskulatur.
Durch einen CO2-Mangel aufgrund zu tiefer Atmung, verschiebt sich das Säure-Basen-Gleichgewicht im Blut, es wird zu basisch, man spricht hier von „respiratorischer Alkalose". Unter diesen Bedingungen wird die Sauerstoffabgabe an die Zellen eingeschränkt, weil die Sauerstoffmoleküle fester an die roten Blutkörperchen gebunden bleiben, der sogenannte „Bohreffekt". Die Sauerstoffversorgung verschlechtert sich also, obwohl die Sauerstoffsättigung im Blut ausreichend hoch sein kann. Die Zellen gewinnen die benötigte
Energie dann unter einem Gärprozess bei dem Milchsäure entsteht, was wiederum zu einer Übersäuerung in den Zellen führt.
Wenn es zu einem CO2-Mangel kommt, können sich glatte Muskeln, Bronchien und Blutgefäße verkrampfen, was die Durchblutung verschlechtert. In der Folge können Atemnot, Schwindel, kalte Hände und Füße, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und weitere Symptome auftreten. Um sich vor CO2-Verlust zu schützen kann unser Körper die Bronchien verengen, Schleimhäute in Nase und Lunge anschwellen und Schleim produzieren.
Nach Buteyko sind gesundheitliche Probleme, die die Atmung behindern, wie z. B. Asthma, chronischer Schnupfen (Rhinitis), chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), keine Krankheiten sondern eine Schutzmaßnahme des Körpers gegen übermäßigen Verlust von CO2.

Sind diese Erkenntnisse wissenschaftlich belegt und schafft man es denn überhaupt, seine Atmung willentlich zu beeinflussen?

Die Buteyko-Atemtechnik ist eine leicht erlernbare und effektive Selbsthilfemöglichkeit, die Menschen unterstützen kann, die falsch atmen, also ein gestörtes Atemmuster (z. B. erhöhte Atemfrequenz, Seufzeratmung, fehlende Atmung in das Zwerchfell - sichtbare Atmung nur in den oberen Brustkorb, unregelmäßiger Atem, aktives hörbares Ein- und Ausatmen, häufige tiefe Atemzüge, Atmung durch den Mund, lange Einatmung und verkürzte Ausatmung
haben). Man geht hier davon aus, dass das Atemzentrum durch diese speziellen Übungen sich wieder umstellen lässt. Auch Kinder ab einem Alter von etwa 5 Jahren können dies lernen.
Besonders hilfreich kann die Methode bei Asthma, chronisch verstopfter Nase, chronischer Bronchitis, erhöhter Infektanfälligkeit, Heuschnupfen aber auch Kurzatmigkeit, Angstzuständen, Migräne und Kopfschmerzen sein. Darüber hinaus kann die Buteyko-Methode vielen weiteren gesundheitlichen Beschwerden den Boden entziehen, wie Konzentrationsstörungen, ständig laufende Nase, Mundtrockenheit, geringer Ausdauer, Unter/Übergewicht u. w. m.

Asthmatiker profitieren am schnellsten von dieser Technik.

Mehreren Studien zur Wirksamkeit der Buteyko-Methode bei Asthmatikern haben gezeigt, dass mit Beginn der Atemübungen bronchienerweiternde Medikamente deutlich reduziert werden konnten und bei längerer Durchführung auch der Bedarf an Kortison sank.
In der neuesten Fassung der nationalen Versorgungsleitlinie „Asthma" (Träger Bundesärztekammer, kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften) wird die Buteyko-Methode als einzige atemphysiotherapeutische Maßnahme genannt, für die in mehreren Studien ein Nutzen in Form von Reduktion der Symptome und des Bronchodilatorenverbrauchs nachgewiesen wurde, dies wird mit 6 Studien belegt.
Worin bestehen die Buteyko-Atemübungen?
Die Übungen sind darauf ausgerichtet, den eigenen Atem bewusst wahrzunehmen, auf ein vermindertes Atem-Minuten-Volumen umzustimmen, chronische Hyperventilation zu vermeiden und das Atemmuster zu normalisieren.

Gelehrt wird dabei konkret:

• die konsequente Nasenatmung
• Übungen zum Freimachen der Nase
• Übungen zur Verringerung der Atemtiefe
• „optimales Atmen" im Alltag, z. B. beim Sprechen,
Sport, Umgang mit Husten, Niesen, Lachen usw.
• Möglichkeiten der Selbstüberprüfung mittels soge-
nannter Kontrollpause und Puls
• Informationen zu den theoretischen Hintergründen
und Zielsetzung der Übungen
• weitere gesundheitsfördernde Maßnahmen wie
Fragen der Ernährung, Entspannung und Abbau/
Vermeidung von Stress.

Kann man die Methode parallel zur konventionellen Asthmabehandlung anwenden?

Die Methode lässt sich gut mit dem für Asthmabehandlungen empfohlenen „Stufenplan" kombinieren, die Auswahl der Medikamente muss mit dem Arzt abgestimmt werden. Wenn man die Buteyko-Übungen
konsequent anwendet, sinkt i. d. R. der Be0darf an bronchien-erweiternden Medikamenten deutlich. Mittelfristig sollte auch eine Reduktion von kortisonhaltigen Präparaten möglich sein, diese Entscheidung trifft man dann in Absprache mit dem behandelnden Arzt.