KLAUS WILLs Pferdefutter-Kolume: Mit Öl läuft‘s wie geschmiert – Öle können eine Futterration vielfältig aufwerten
Viele Reiter genehmigen Ihren Pferden eine kleinere oder größere Portion Öl. Das kommt den Ansprüchen der Pferde häufig entgegen. Ursprünglich hatten Pferde als Steppentiere gelebt. Die Futterration war in diesen Zeiten nicht so stärkereich wie in unserer Zeit. Es gab keine Getreidefelder zu fressen, also hat sich über die Evolution auch keine besonders ausgeprägte Fähigkeit zur Stärkeverdauung entwickelt.
Die Rationen (Steppengras mit seinen Gräsersamen, Zweige, Blätter, Rinde) waren faser- und ölreicher als unser heutigen Stallrationen. Deshalb ist das Pferd auch sehr gut in der Lage, Öle zu verwerten. Untersuchungen ergaben, dass ein Warmblut-Pferd ca. 1 - 1,5l reines Öl verdauen kann. Dazu muss man allerdings 10 - 15 kleine Portionen täglich verabreichen und die Menge langsam steigern, sonst bekommt das Pferd Durchfall.
Öl ist ein Futter mit besonderen Eigenschaften. Ein Kilo Öl enthält fast drei mal so viele Kalorien wie Hafer. Es enthält mehrfach ungesättigte Fettsäuren wowie die wichtigen ?-3 und ?-6-Fettsäuren. Dabei ist in Öl fast kein Eiweiß enthalten. Somit kann eine Pferderation durch die Zugabe von Öl in zweierlei Hinsicht beeinflusst werden: Der Stärke- und der Eiweißgehalt können gleichzeitig verringert werden. Dazu steigt bei höherer Ölzugabe die Kaloriendichte in der Futterration. Das ist besonders für Sportpferde mit hoher Belastung wichtig. So muss weniger Futter durch den Verdauungstrakt geschleust werden.
Qualitätsunterschiede immer beachten
Große Unterschiede gibt es bei der Qualität von Ölen. Hochwertige Öle werden bei niedrigen Temperaturen (maximal 38°C) schonend gepresst. Bei höheren Temperaturen und Pressdrücken entstehen Trans-Fettsäuren und Peroxide. Sie stehen in Verdacht, krebserregend zu wirken. Auch älteres, ranziges Öl enthält diese Stoffe. Bis wir Menschen den ranzigen Geruch eines Öls feststellen, haben die Pferde meist schon lange keinen Appetit mehr auf das Öl.
Passende Öle für Pferde
Leinöl und Schwarzkümmelöl sind zwei bekannte Öle, wobei sie sich im Einsatz und der Wirkung unterscheiden. Leinöl ist als Futteröl ein Energielieferant und kann auch in größeren Mengen eingesetzt werden. Günstig ist auch das Verhältnis der mehrfach ungesättigten Fettsäuren Linol- und Linolensäure zueinander. Das liegt bei ca. 6 : 1 und ist somit für das Pferd geeignet. Schwarzkümmelöl sollte nur in geringen Dosen (15 - 40 ml) täglich eingesetzt werden. Es hat eine entzündungshemmende Wirkung, stärkt das Immunsystem und enthält ätherische Öle, die günstig auf die Atemwege wirken.
Arganöl hat eine hervorragende Wirkung bei Hautproblemen, es stärkt das Immunsystem und hilft bei Allergien. Es ist allerdings relativ teuer (100 ml ca. 19,95). Pferde benötigen ca. 5 - 10 ml täglich.
Sonnenblumenöl ist das Öl mit dem höchsten Gehalt an natürlichem Vitamin E. Dafür passt das Verhältnis der ungesättigten Fettsäuren mit 120 : 1 nicht besonders gut. Wenn nur kleine Mengen bis 50 ml gefüttert werden (wie das üblicherweise der Fall ist), spricht nichts dagegen, dann überwiegt auch der positive Effekt. Mit Olivenöl und Nußöl ist es ähnlich wie mit Sonnenblumenöl, das Fettsäurenmuster passt nicht ganz optimal, bei kleineren Mengen spielt das aber keine Rolle.
Rapsöl ist gut in der Pferdefütterung und wird a