Keine Strahlen braucht das Land

Seit mehreren Jahren wird in Deutschland der Aufbau eines neuen Funknetzes für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS- bzw. TETRA-Digitalfunk) vorangetrieben. Objektiv erwiesene Tauglichkeit und Finanzierbarkeit, Sicherheit und Gesundheitsschutz sowie die Einbeziehung der Anwender sind hierfür Voraussetzung. Diesen Anforderungen werden das Projekt und die Technik TETRA in den entscheidenden Bereichen nicht gerecht.

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Das Bild ist eine Fotomontage - so könnte es aber in naher Zukunft aussehen.

Auch die vom Innenministerium und der Projektgruppe DigiNet dargestellte „Alternativlosigkeit" ist angesichts der offenkundigen Projektschwierigkeiten und der völlig offenen langfristigen Kosten für die Kommunen kein ausreichendes Argument mehr.
In naher Zukunft soll der digitale Behördenfunk TETRA auch im Landkreis Rosenheim Realität werden.
Von den vielen im Landkreis geplanten Funkmasten soll auch bald im Umfeld von Rott ein ca. 50 Meter hoher Sendemast seinen permanenten Funkbetrieb (24 Std/Tag) aufnehmen. Es wird derzeit in vielen anderen Rosenheimer Gemeinden das Projekt vorangetrieben, indem einfach Tatsachen in Form von Grundstückspachtverträgen geschaffen werden, ohne dass die Bevölkerung darüber informiert wird. Ähnliche Verhandlungen finden im gesamten Landkreis statt. Inzwischen haben sich 50 bayrische Gemeinden gegen das Projekt ausgesprochen. Der digitale Behördenfunk TETRA (Terrestrial Trunked Radio) ist ein digitaler Funk-Standard, der in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt wurde. Insbesondere Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste sollen von dieser mangelhaften, technisch veralteten Technologie profitieren. Der bisherige analoge Funkverkehr wird noch für mindestens 10 Jahre im Parallelbetrieb fortbestehen.

Schlechte Tetrafunk-Technik

Doch Klagen von Polizei und Rettungskräften über Ausfälle und Verständigungsprobleme mit den neuen Systemen häufen sich. Die Münchner Polizei hat TETRA am 19. Februar 2011 nach zweimonatiger Testphase abgeschaltet und sendet wieder mit dem alten analogen System. Inzwischen wurde auch in Hamburg der Betrieb während der Testphase wieder eingestellt. Neben zahlreichen Problemen, die trotz Technikereinsatz nicht gelöst werden konnten, bemängelte die Polizei vor allem die schlechte Sprachqualität, komplizierte Menüführung und mangelhafte Erreichbarkeit in Gebäuden wie Hochhäusern, U-Bahnen, Tiefgaragen. Gerade dort ist aber eine funktionierende Technik für alle Beteiligten absolut unverzichtbar! In einigen Bundesländern hat sich die Gewerkschaft der Polizei bereits gegen die Nutzung der „neuen" Technik ausgesprochen. Auch bei der Feuerwehr, Rettungsdiensten oder der Bergwacht wird der neue Digitalfunk kontrovers diskutiert.

Unüberschaubare immense Kosten

Doch noch immer halten Bundes- und Landesregierung an der Beschaffung dieses veralteten Systems für ca. 10 Milliarden Euro (bis zur Inbetriebnahme) fest. Niemand spricht von Erschließungs- und Folgekosten, die auch die Kommunen belasten. Wer denkt über eine Haftungspflicht der Kommunen bei Gesundheitsschäden nach? Wer spricht von den Alternativen, wie TETRA 2000 oder anderen modernen Systemen? Sie sollen wesentlich leistungsfähiger und vergleichsweise strahlungsarm sein. TETRA sendet von jeder Antenne 24 Stunden am Tag mit voller Leistung, auch wenn keine Gespräche geführt werden. Im ländlichen Raum beträgt die Sendereichweite bis zu 25 km. Selbst die letzten digitalfunkfreien Gebiete sollen so lückenlos abgedeckt werden.

Gesundheitsschädigende Auswirkungen

Erhebliche gesundheitliche Risiken für Mensch und Umwelt werden von den Betreibern in Kauf genommen. Denn Studien über die Gesundheitsschädlichkeit des Systems werden voraussichtlich erst im Jahr 2013 abgeschlossen sein. Sollen wir erst dann, wenn der Antennenwald steht, von offizieller Seite erfahren, wie gesundheitsschädlich TETRA wirklich ist?
Sollte nicht zuvor die Unbedenklichkeit für Mensch und Umwelt von den Betreibern nachgewiesen werden? Die verwendeten Frequenzen von TETRA liegen unmittelbar im Bereich humanbiologisch bedeutsamer Frequenzen: - Die 0,98 Hertz-Pulsung liegt im Bereich der menschlichen Herzrate. - Die Pulsung von 17,65 Hertz liegt im Bereich der Beta-Wellen der Gehirnaktivität. - Die Modulation von 70,6 Hertz liegt im Frequenzbereich der elektrischen Aktivität unserer Muskeln. Schützen unsere Grenzwerte uns wirklich? Können die Betreiber Auswirkungen auf unser aller „inneres Betriebssystem" wirklich ausschließen? Sind Meldungen über Krebs, Aufmerksamkeitsstörungen (ADS) usw. nur Hirngespinste übersensibler Technikverweigerer? Liegt die österreichische Ärztekammer falsch, wenn sie vor Gefährdungen gerade bei Kindern und Jugendlichen warnt?

Wir fordern Aufklärung durch Betreiber und Behörden!

Erhebliche Immobilienwertverluste: Auch hier im Landkreis Rosenheim werden Grundstückseigner, Behörden und Anwohner von den Betreibern weder aufgeklärt, noch wird öffentlich über das Pro & Kontra diskutiert oder Standortdaten veröffentlicht. Im Gegenteil! Es wird unter Geheimhaltung verhandelt. Soll die Bevölkerung vielleicht erst nach Vertragsabschluss vor vollendete Tatsachen gestellt werden? Immobilienwertverluste von bis zu 50 % im Umfeld von Antennenanlagen wie TETRA sind heute schon traurige Realität.