„Zappelphillip oder Träumer“

AD(H)S (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit oder ohne Hyperaktivität) hat sich heute als fester Begriff in unserer Gesellschaft etabliert, da immer mehr Kinder bezüglich ihres Verhaltens auffällig und somit oft sehr schnell in diese Schublade geschoben werden.

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Gesunde Kinder sind glückliche Kinder

Dennoch ist es schwierig, die Symptome ganz konkret auf den Punkt zu bringen und zu einer objektiven Beurteilung zu kommen, weil sich die Situation bei den vielen Betroffenen immer wieder ein wenig anders darstellt. Setzt man sich mit dem Thema näher auseinander, so stößt man auf eine sehr kontroverse Diskussion. Das macht es den betroffenen Familien, die oft schon einen Leidensweg aufgrund der Probleme in der Familie hinter sich haben, nicht leichter sich ein objektives Bild zu machen. Und dies nicht selten zu einem Zeitpunkt, in dem die Probleme meist schon soweit fortgeschritten sind. Beispielsweise durch massive Probleme in der Schule, so dass die Zeit drängt.

Alternative oder Ergänzung zur Tablette:

Praktische Ansatzpunkte zum Umgang mit AD(H)S!

Die bekannteste Art mit dem Problem umzugehen, ist wohl die der medikamentösen Behandlung mit den entsprechenden Mitteln. Dass es jedoch auch andere Ansatzpunkte gibt, die im Vorfeld, oder wenn es brennt auch parallel berücksichtigt werden sollten, wird oft verneint oder ist nicht bekannt. An dieser Stelle wollen wir einen Blick auf ernährungs- und stoffwechselorientierte Ansatzpunkte werfen, die im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit und AD(H)S Berücksichtigung finden sollten. Die unterschiedlichen Ausprägungen des AD(H)S legen es eigentlich schon nahe, dass es neben den Ähnlichkeiten auch durchaus Unterschiede in den Ursachen gibt. Erst ein Abarbeiten all dieser Ansatzpunkte mit entsprechenden Analysen sollte dann den Weg in die rich-
tige Therapie leiten.

Das sollten Sie unbedingt beachten:

  • Zucker: sehr häufig geht ein Problem mit dem Zuckerhaushalt mit ADHS einher. Stellt man die Ernährung konsequent auf komplexe Kohlenhydrate um und meidet stark verarbeitete KH (raffinierter Zucker, Weissmehl, viele Fertigmüslies...), erreicht man eine gute und kontinuierliche Versorgung des Gehirns mit Glukose, die Voraussetzung für Konzentration, psychische Leistungsfähigkeit und Ausgeglichenheit.
  • Proteine: Eine ausreichende Versorgung mit hochwertigen Proteinen, ist für den Körper die erste Voraussetzung, um in der Lage zu sein alle Neurotransmitter in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen. An der Synthese sind dann noch viele andere Mikronährstoffe beteiligt. AD(H)S-ler zeigen in diesem Bereich große Auffälligkeiten. Mit entsprechenden Analysen, kann ein Status über die Versorgung mit all diesen Stoffen aufgestellt und gegebenenfalls individuell ergänzt werden.
  • Fette: Auch die ausreichende Versorgung mit den richtigen Fettsäuren steht für eine reibungslose und gute Gehirnleistung. Eine Ernährungsumstellung, die diese Faktoren berücksichtigt, sollte grundsätzlich begleitend stattfinden.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Auch hier findet man in der Literatur immer wieder Hinweise

auf mögliche Zusammenhänge. Diese könnten labortechnisch überprüft werden. Eine Eliminationsdiät gibt dann relativ schnell Aufschluss darüber, ob eine Besserung der Symptome über die entsprechende Ernährungsumstellung stattfindet. Auch das Vermeiden von „Zusatzstoffen" in der Ernährung sollte an dieser Stelle erwähnt werden.

  • Schwermetalle: Eine Belastung mit Schwermetallen kann zu enormen körperlichen Problemen führen und auch ADHS Symptome verursachen. Ein Verdacht ist durch entsprechende Analysen überprüfbar.
  • Kryptopyrrolurie: Ein Enzymdefekt, der zu einem Mangel an Zink, Vitamin B6 und evtl. auch Mangan und Magnesium führt, und in der Folge viele Auswirkungen auf den Körper hat. Hier kann ein Urintest schnell Klarheit verschaffen.
  • Schilddrüse: Auch die Schilddrüse sollte kontrolliert werden, um Probleme die hieraus entstehen ausschließen zu können.
  • Hormonhaushalt: der Status des Hormonhaushaltes lässt sich über einen Speicheltest aufzeigen, denn auch ein ausgeglichener Hormonhaushalt steht für körperliche und psychische Gesundheit und Ausgeglichenheit.

All diese Punkte lassen sich untersuchen und entsprechend behandeln. Darüber hinaus spielen auch Umweltfaktoren eine große Rolle. Insbesondere unsere Welt, in der wir heute leben, die sich ohnehin schon durch eine starke Reizüberflutung kennzeichnet: Ein Überangebot an Medien und Informationen, was auch bei nicht AD(H)S Betroffenen schnell Stressfaktoren auslösen kann. Weiterhin stehen die Kinder oft hohen Anforderungen in der Schule oder auch im Umfeld gegenüber, denen sie schlecht gerecht werden können, was sich wiederum in Form von Stressoren letztlich auch auf obige Punkte auswirken kann. Diese Liste lässt sich noch weiterführen, was den Rahmen dieses Beitrages sprengen würde.

Begleitende alternative Therapien

An dieser Stelle soll lediglich aufgezeigt werden, dass wir bei der „psychischen Störung" AD(H)S immer viele Punkte beachten müssen und in die Behandlung einbeziehen sollten. Ein interdisziplinärer Ansatz, bei dem unterschiedlichste Therapeuten Hand in Hand mit und zum Wohle des Klienten arbeiten, wäre im Umgang mit AD(H)S wünschenswert. An dieser Stelle dürfen Therapieansätze wie Ergo, psychische Beratung etc. natürlich nicht fehlen. Darüber hinaus ist ein Mehr an Verständnis und ein professioneller, adäquater Umgang mit diesem Thema, durch mehr Aufklärung und vor allem entsprechende Schulung in allen pädagogischen Berufen längst überfällig, da die Zahl der Betroffenen doch ständig steigt.